Freiwilliges Soziales Jahr - Was ist das?
Das "Freiwillige Soziale Jahr" (FSJ) und das "Freiwillige Ökologische Jahr" (FÖJ) sind Freiwilligendienste für junge Leute, ähnlich dem Zivildienst. Im Unterschied zu diesem sind sie - wie der Name schon sagt - "freiwillig" und stehen außerdem auch Mädchen und Frauen offen. "Freiwillig" bedeutet aber auch, dass es keinen normalen Lohn, sondern nur ein Taschengeld gibt. Die beiden Dienste sind gesetzlich geregelt und werden staatlich gefördert. Das ist letztlich der Witz an der Sache - ansonsten könnte man sein freiwilliges soziales Engagement ja auch privat organisieren.
Ein Jahr lang arbeiten die Teilnehmer im sozialen oder im ökologischen Bereich - z.B. in Krankenhäusern, Kindergärten, Altenheimen, Behindertenwerkstätten, Jugendtreffs, Naturschutzprojekten oder bei Umweltschutzorganisationen. In allen gesellschaftlichen Bereichen, wo Zivis tätig sind, können auch FSJ-ler oder FÖJ-ler eingesetzt werden. Anders als der Zivildienst kann ein FSJ oder FÖJ aber unter bestimmten Umständen auch im Ausland absolviert werden.
Das Freiwillige Soziale Jahr gibt es schon seit 1964; die Möglichkeit eines Freiwilligen Ökologischen Jahrs wurde 1993 zusätzlich geschaffen. Rechtliche Grundlagen sind das "Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres" und das "Gesetz zur Förderung eines freiwilligen ökologischen Jahres".
Warum ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr?
Was ist der Sinn eines Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres? Das Angebot des FSJ/FÖJ richtet sich vor allem, aber nicht nur an SchulabgängerInnen. Wer seine Schullaufbahn mehr oder weniger glorreich abgeschlossen hat, weiß deshalb meist noch lange nicht, was er oder sie in den kommenden 70 Lebensjahren mit sich anfangen soll. Die Freiwilligendienste bieten die Möglichkeit unverbindlich in bestimmte berufliche Tätigkeitsfelder hineinzuschnuppern und dabei gleichzeitig etwas Sinnvolles zu tun.
Teilnehmer und Teilnehmerinnen können sich ausprobieren, Lebenserfahrung sammeln und Gesellschaftsbereiche kennen lernen, mit denen sie sonst vielleicht nie in Kontakt kommen würden. Das gilt besonders für Abiturientinnen und Abiturienten, die so zwischen Theorie an der Schule und Theorie an der Uni ein Praxisjahr einschieben können. Viele ehemalige FSJ-ler sagen im Nachhinein, dass ihnen die Erfahrungen während dieses Jahres geholfen haben, ihren persönlichen beruflichen Weg zu finden.
Für das FSJ oder FÖJ im Ausland gilt dies alles noch in verstärkter Form. Ein Jahr Horizonterweiterung in einem anderen Kulturkreis - danach kommt niemand unverändert zurück...
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