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09.07.2008
Niedrige Gehälter und schlechte Karrierechancen treiben Fachkräfte ins Ausland
Niedrige Gehälter und schlechte Karrierechancen in Deutschland sind die wichtigsten Motive, aus denen Fachkräfte ins Ausland abwandern. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die das Prognos-Institut im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums durchgeführt hat.

Weitere wichtige Gründe für den Gang ins Ausland sind Familie und Freunde: Wenn etwa der Lebenspartner ins Ausland geht oder als Ausländer in seinem Heimatland lebt, liegt der Gedanke, selbst auszuwandern, nicht fern. Manche lockt auch das Abenteuer: „Die Lust, etwas Neues auszuprobieren“ wird ebenfalls noch häufig als entscheidend für die Auswanderung genannt.

Die Studie arbeitet 5 Typen von hochqualifizierten Auswanderern heraus:

1. Unzufriedene Fachkräfte auf der Suche nach mehr Lebensqualität
Diese Auswanderer sind zutiefst unzufrieden mit ihrer gesamten Lebenssituation in Deutschland, wobei das Einkommen hier nur ein Aspekt von vielen ist. Es handelt sich hier meist um kinderlose Männer. Oft sind sie in nichtakademischen Berufen tätig – als Handwerker oder Facharbeiter. Zwei Drittel sind über 35 Jahre alt. Eine Rückkehr nach Deutschland können sich die meisten von ihnen nicht vorstellen.

2. Beruflich unzufriedene Akademiker
Für diese Auswanderer stehen Einkommen und Karrierechancen im Mittelpunkt ihrer Motivation. Sie sehen im Ausland wesentlich bessere berufliche Möglichkeiten für sich als in Deutschland. Zu dieser Gruppe zählen vor allem promovierte und habilitierte Akademiker, etwa Wissenschaftler und Ärzte. Sie betrachten ihren Auslandsaufenthalt meist nur als eine vorübergehende Lebensetappe. Die meisten wollen nach Deutschland zurückkehren.

3. Junge Akademiker auf der Suche nach Herausforderungen
Diese Auswanderergruppe sucht im Ausland nach neuen Erfahrungen und Herausforderungen. Es handelt sich hier um Jungakademiker, oft frischgebackene Hochschulabsolventen, die in einem frühen Karrierestadium einige Zeit im Ausland verbringen möchten. Der Frauenanteil ist hier deutlich überdurchschnittlich (46%). Die Mehrheit dieser Auswanderer möchte in absehbarer Zeit nach Deutschland zurückkehren.

4. Beruflich etablierte Elite auf der Suche nach Perspektiven
Bei dieser etwas kleineren Auswanderergruppe handelt es sich um hochqualifizierte Akademiker in etablierter beruflicher Position, meist um sogenannte Führungskräfte. Auch hier finden sich viele Wissenschaftler und Ärzte. Das Durchschnittsalter beträgt 39 Jahre. Es sind mehrheitlich Männer hier vertreten, oft mit Familie. Auch diese Auswanderer planen mehrheitlich eine Rückkehr nach Deutschland.

5. Familienorientierte Fachkräfte
Die Angehörigen dieser Auswanderergruppe gehen aus sehr privaten Gründen ins Ausland – sie ziehen Familienangehörigen oder Freunden hinterher. Sie sind ziemlich jung und der Anteil der Frauen liegt über dem Durchschnitt. Diese Auswanderer haben mehrheitlich eine Lebensentscheidung für sich getroffen – weniger als die Hälfte möchte nach Deutschland zurück.

Befragt wurden 1410 Personen aus den verschiedensten Branchen, die mit hoher beruflicher Qualifikation im Ausland arbeiteten - im Durchschnitt bereits seit 6 Jahren. 84% hatten eine akademische Ausbildung.

Die Studie enthält eine Fülle weiterer Erkenntnisse; etwa zur Frage, wie zufrieden die Auswanderer mit verschiedenen Aspekten ihres Lebens im Ausland sind.

Im Detail nachzulesen ist dies alles im Endbericht der Studie, der auf den Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums herunterzuladen ist:

http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/
publikationen,did=254802.html


 

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