Arbeiten in Großbritannien
 Großbritannien ist traditionell eines der beliebtesten Ziele für Deutsche, die es zur Arbeit ins Ausland zieht. Dafür gibt es gute Gründe.
A) die Sprache: Seit langem ist Englisch der Deutschen liebste Fremdsprache. Kein Wunder, ist das Idiom Shakespeares doch zur Zeit die Weltsprache Nr.1 und außerdem auch noch für deutsche Muttersprachler relativ leicht zu erlernen.
Letzteres kann man am effektivsten im Land selbst – Praktika in englischen Unternehmen sind ideal, wenn man seine Schul-, Uni- oder Sprachkursenglischkenntnisse vertiefen möchte. Wer aus anderen Gründen im Vereinigten Königreich arbeiten will (siehe unten), dem stellt die englische Sprache zumindest weniger Hindernisse in den Weg als etwa Japanisch oder Russisch.
B) die Geographie: Die britischen Inseln sind wirklich nicht weit weg. Heimwehkranke können relativ unproblematisch jederzeit in der deutschen Heimat Nestwärme tanken. Das ist von Neuseeland oder den USA aus schon schwieriger...
C) das Renommee britischer Unternehmen: In zahlreichen Branchen zählen britische Firmen zur Weltspitze; London ist eine der großen Wirtschaftsmetropolen unseres Planeten. Auch wer nur vorübergehend für einen der großen Namen der Wirtschaftswelt arbeitet, poliert seinen Lebenslauf nachhaltig auf.
D) die wirtschaftliche Lage: Während die einstige Konjunkturlokomotive Deutschland schon seit einigen Jahren nur noch als Bummelzug zu bezeichnen ist, geht es der britischen Wirtschaft nach wie vor relativ gut. Im Klartext: Die Arbeitslosigkeit ist insgesamt deutlich niedriger (2001 GB: 5,1%; D: 7,9%). Die besten Stellenaussichten gibt es in den Bereichen öffentliche Dienstleistungen, Freizeitsektor, Vertriebswesen, Banken und Versicherungen sowie Informations- und Kommunikationsindustrie.
E) die Kultur des Arbeitslebens: In Großbritannien ist man viel pragmatischer in Bezug auf die vermeintliche „innere Logik“ eines beruflichen Werdegangs. Es ist nicht ungewöhnlich in einem anderen Beruf als dem ursprünglich erlernten zu arbeiten. Brüche im Lebenslauf sind nicht tabu: Geisteswissenschaftler können als Marketing-Manager, Physiker als Börsenmakler und BWLer als Journalisten Karriere machen – wenn sie das Talent dazu haben...
Pragmatismus ist auch angesagt, was die Arbeitszeiten angeht. Im Allgemeinen ist der britische Arbeitsalltag nicht so straff durchorganisiert wie der deutsche. Dafür wird dann aber erwartet, dass Angestellte auch am Wochenende präsent sind, wenn Not am Mann ist.
Allerdings...
...gibt es bei einem Arbeitsaufenthalt in Großbritannien natürlich auch ein paar Dinge, die man kritisch berücksichtigen sollte.
A) So ist die Arbeitslosigkeit zwar insgesamt niedriger als in Deutschland. Das schließt jedoch nicht aus, dass die Arbeitsmarktlage in einzelnen Branchen trotzdem angespannt ist. Eine feste Stelle zu finden, ist also nicht unbedingt leichter als hierzulande.
B) Das (Arbeits-)Leben in Großbritannien unterscheidet sich in vielen kleinen Dingen von unseren heimischen Gewohnheiten. Arbeitssuche und Bewerbung, Sozialversicherung, Steuern – alles ist ein bisschen anders. Ein Problem ist dies nur, wenn man es versäumt hat, sich rechtzeitig zu informieren.
Am besten, Sie informieren sich gleich hier und jetzt.
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